Dommuseum

Frankfurt

Meßkasel, Köln, um 1350. Kaselkreuz um 1430/40

Kurzbeschreibung

Das Dommuseum präsentiert im ehemaligen Kreuzgang des Domes den Frankfurter Domschatz. Seine Geschichte muss eng mit der Geschichte der Stadt und des Domes St. Bartholomäus gesehen werden. Der Domschatz war stark verbunden mit dem Wohl der Stadt, aber auch mit ihrem Weh. So fanden im Dom fanden im hohen Mittelalter die Königswahlen und zwischen 1562 und 1792 zehn Kaiserkrönungen statt. In diesem Ereignis begründet sich die Bezeichnung Dom für die St. Bartholomäuskirche und auch der einst reiche Domschatz. In den Turbulenzen des 16. und 17. Jahrhunderts verlor der Domschatz wertvolle Stücke. Was sich heute dem Besucher und der Besucherin im Dommuseum zeigt, muss als geringer Rest einer ehemals reichen Sammlung von Pretiosen, liturgischem Gerät und Paramenten gelten.

Im ersten Bereich des Rundganges steht eine Spezialvitrine. In ihr werden die wertvollen spätmerowingischen Funde aus einem Mädchengrab präsentiert, die man 1992 bei Grabungen im Bartholomäus-Dom entdeckt hat. Zu den Funden gehören goldene Bommelohrringe, eine Diademkette, goldene Fingerringe, ein Silberarmreif und eine kleine goldene Scheibenfibel ebenso wie eine eiserne Gürtelkette, Keramiktöpfe, ein blaugrüner Glasbecher oder eine bronzene Amulettkapsel. Ein Kreuz aus Goldbrokat weist die Verstorbene als Christin aus. Sie war Angehörige der führenden Oberschicht, eine Verwandschaft mit dem Hause der Karolinger darf vermutet werden. In Frankfurt und Umgebung konnte bisher kein vergleichbarer Grabfund dokumentiert werden.

Im zweiten Teil des Rundgangs präsentieren große Vitrinen sakrale Goldschmiedekunst und liturgische Gewänder vom 14. zum bis 20. Jahrhundert. In der ersten großen Paramentenvitrine befindet sich als besonderes Kleinod ein Bild ?Maria mit dem Kinde von musizierenden Engeln umgeben". Gemalt hat es der kurz vor Stefan Lochner in Köln tätige Meister von St. Laurenz. Die elegante Art der Gestaltung, die typischen Farben mit ihren Gelb- und Rosamischungen sowie die Vorliebe für die Darstellung von Musikinstrumenten scheinen ein Charakteristikum seines Schaffens auszumachen.

Im dritten Teil des Rundgangs erhält der Besucher Informationen zur Baugeschichte des mittelalterlichen Domes, über die infolge der Grabungen von 1992 neue Erkenntnisse gewonnen wurden. Die Geschichte, der innere Aufbau und die Bedeutung von St. Bartholomäus mit seinen Leistungen für die Stadt- und Reichsgeschichte wie etwa die Kaiserkrönungen werden vorgestellt. Das wechselvolle Schicksal des Domes im 19. Jahrhundert mit seinem Brand und der folgenden Restaurierung, sind Thema des letzten Teils des Rundganges durch die Dauerausstellung.

Im Innenraum des Museums, dem ?Quadrum" werden wechselnde Ausstellungen zur zeitgenössischen und historischen Kunst präsentiert.

Sammlungsschwerpunkte

Liturgische Paramente und Goldschmiedearbeiten des 14. bis 20. Jh.

Wechselausstellungen in der Vergangenheit (Auswahl)

1987 Leo Peter ? Kreuzzeichen

1989 Gerhard Hintschich ? Malerei Graphik Arbeiten von 1986; Die Passion Christi

1990 Hermann Göpfert ? Frühe Bilder; E.F.A. Münzenberger

1991 Hermann Göpfert ? Milton-Zyklus ?Paradise Lost?

1992 Joseph Beuys ? Multiplikationen; Jörg Stein ?Calf? ? Rauminstallation

1993 Michael Rintelen ? Barocci Zyklus; Karlheinz Oswald ? Plastische und graphische Arbeiten; Franziska Lenz-Gerharz ? Plastiken; Franziska Plate-Gies ? Atlas und Flügelfrau

1994 Ad Bibliothecam Ecclesiae S. Bartholomei … Mittelalterliche Handschriften aus der ehemaligen Stiftsbibliothek des Frankfurter Domes

1995 Gudrun Müsse Florin ? Die Wirklichkeit im Faden-Kreuz von Metapher und Phänomen; Armin Göhringer ? Arbeiten zur Passion

1996 Horst Egon Kalinowski ? religiöse Werkbeispiele; Friedemann Hahn ? Gleichnisse; Santa Caecilia

1997 Die Stadtpfarrer von Frankfurt am Main

2000 Karlsverehrung in Frankfurt am Main

2001/02 Der Glanz des Himmels. Sakrale Schätze aus byzantinischen Sammlungen und Museen Griechenlands

2002 Leo Zogmayer ? Sedes: Der Sitz der Gemeinde. Möbel für Sakralräume

2003 Sr. M. Pietra Löbl OSF ? dazwischen

2004 Heike Gallmeier ? Irgendeiner wartet immer; Der Dombrand von 1867