Bischöfliches Dom- und Diözesanmuseum

Mainz

Kopf mit der Binde, um 1240

Kurzbeschreibung

Das 1925 gegründete Bischöfliche Dom- und Diözesanmuseum beherbergt in seiner einmaligen Flucht historischer Räume – den staufischen Gewölbehallen, dem zweigeschossigen spätgotischen Kreuzgang sowie den ehemaligen Kapitelsälen – Kunstwerke aus zwei Jahrtausenden, die einst zur Ausstattung des Mainzer Domes oder der Kirchen des Bistums gehörten. Hinzu kommt die Schatzkammer des Domes, die, erreichbar durch die Kapitelsäle, in der ehemaligen Nikolauskapelle aus der Zeit der Spätgotik eingerichtet ist.

Der Mainzer Domschatz galt über Jahrhunderte hinweg als einer der kostbarsten des Abendlandes. Damit spiegelte er den Rang des Mainzer Erzbistums, das mit seinen zahlreichen Suffraganbistümern die größte und bedeutendste aller mitteleuropäischen Diözesen war. Durch Kriege und Revolutionen wurde der Domschatz immer wieder stark dezimiert, doch durch die Abgabe von liturgischen Gefäßen aus den Pfarrkirchen oder den säkularisierten Klöstern des Bistums konnte der Domschatz auch nach den Verlusten der Zeit um 1800 neu aufgebaut werden, so dass heute wieder eine Vielzahl von herausragenden Goldschmiedearbeiten zu sehen ist.

Die Abteilung frühes und hohes Mittelalter ist in den neu erschlossenen Gewölbehallen untergebracht: einem tonnengewölbten Raum mit der beindruckenden Spannweite von 8,50 m aus dem 11. Jahrhundert sowie einer zweischiffigen Anlage mit Kreuzgratgewölbe aus der Zeit um 1200. Herausragend ist die bedeutende Sammlung von Steinskulpturen des 13. Jahrhunderts, zu der Hauptwerke der deutschen Frühgotik zählen. Hervorzuheben sind die aus dem Dom stammenden Skulpturen und Architekturfragmente des ehemaligen Westlettners (Chorschranke), der um 1240 vom sog. ?Naumburger Meister" und seiner Werkstatt geschaffen wurde. Neben dem richtenden Christus und dem Zug der Seligen und Verdammten ist die berühmteste Figur des Lettners ohne Frage der sogenannte ?Kopf mit der Binde", dessen leidvoller Gesichtsausdruck Generationen tief beeindruckt hat.

Sammlungsschwerpunkte

Deutsche Skulptur der Früh- und Hochgotik
Malerei des 14. bis 20. Jh., insbesondere mittelrheinische Malerei des 14. und 15. Jh.
mittelalterliche Goldschmiedekunst
ottonische Buchmalerei

Wechselausstellungen in der Vergangenheit (Auswahl)

1993 Hochgotischer Dialog. Die Skulpturen der Hochaltäre in Oberwesel und Marienstatt im Vergleich

1993 Die Orgel als sakrales Kunstwerk

1995 Mainz, 27. Februar 1945. Zeitzeugen berichten

1998 Hildegard von Bingen 1098?1179

1999 Zu Gast im Dommuseum ? Johannes Gutenberg

2000 Mainzer Bildteppiche aus Gutenbergs Zeit

2002 Der Nahe Osten ? Ansichten aus 6 Jahrhunderten

2004 Kein Krieg ist heilig. Die Kreuzzüge